Rezepturen, die das Yang tonisieren

In diesem Blog stellt Dr. Florian Ploberger zwei chinesische Rezepturen vor, die das Yang tonisieren, sowie deren Entsprechungen aus westlichen Kräutern beschrieben werden.

Das Nieren-Yang wird oft als das „wahre“ Yang bezeichnet. Aus diesem Grund enthalten die meisten der Yang-tonisierenden Rezepturen Nieren-Yang-tonisierende Kräuter, auch wenn das Milz- oder Lungen-Yang tonisiert werden soll. Männer, die einen Nieren-Yang-Mangel aufweisen, fühlen sich körperlich erschöpft. Meistens fehlt es ihnen an Antrieb. Körperlich besteht bei ihnen ein Kältegefühl sowie eine Abneigung gegenüber Kälte. Da diese Kälte aufgrund eines Mangels besteht, empfinden Patienten eine von außen zugefügte Wärme – beispielsweise durch Moxibustion oder zusätzliche Kleidungsstücke – als angenehm. (Dies im Unterschied zu Kältesymptomen, die durch das Eindringen eines „Pathogenen Erregers“ verursacht werden. Wenn der „Pathogene Erreger“ Kälte in den Körper eingedrungen ist, frieren entsprechende Menschen auch nach dem Anziehen zusätzlicher Bekleidungsstücke weiter.)

Weitere typische Symptome sind: eine Schwäche im Bereich des unteren Rückens und der unteren Extremitäten; Schmerzen, die durch Bewegung (Yang!) und Wärmeanwendungen (Yang!) besser werden; Libidomangel, möglicherweise Impotenz, weißer Ausfluss, häufiges Urinieren eines hellen Urins, nächtliches Wasserlassen, Stuhlgang mit Resten unverdauter Nahrungsmittel am frühen Morgen; ein blasser Zungenkörper mit weißem, feuchtem Zungenbelag sowie ein tiefer (chen), langsamer (chi) und leerer (xu) Puls.

Bei der Analyse der Rezepturen fällt die gegenseitige Abhängigkeit von Yin und Yang auf. Da Eines (Yin) das Andere (Yang) hervorbringt, enthalten Rezepturen, die das Yang tonisieren sollen, zusätzlich Kräuter, die das Yin nähren. Yin dient in diesem Zusammenhang als „Brennstoff“ für die Entwicklung des Yang. Das Eine (Yang) kann nicht ohne das Anderen (Yin) existieren und umgekehrt.

Um einen Yang-Mangel zu beheben, benötigt man Zeit. Es wäre ein Fehler, zu glauben, dass bei Männern, die einen massiven Yang-Mangel aufweisen, durch die Gabe von scharf-heissen Kräutern in kurzer Zeit das Yang-Qi tonisiert und somit Krankheitsbilder wie Infertilität, erektile Dysfunktion und Libidoverlust innerhalb kurzer Zeit behandelt werden können. Eine übermäßige Einnahme scharf-heisser Kräuter würde eher dazu führen, dass sich zusätzlich zu dem bestehenden Yang-Mangel ein Yin-Mangel entwickeln würde (die scharf-heissen Kräuter verletzen das Yin). Es ist empfehlenswert, das Yang-Qi langsam aufzubauen. Nicht ohne Grund geben die klassischen TCM-Quellen an, dass es bis zu drei Jahren benötigt, um einen Yang-Mangel erfolgreich therapieren zu können!

Jin gui shen qi tang

(Nieren-Qi-Pille aus dem „Golden Cabinet“)

  • Rdx. Rehmanniae praeparata (Shudihuang) 9 g Kaiserkraut
  • Frucus Corni (Shanzhuyu) 6 g Ministerkraut
  • Rhz. Dioscorea (Shanyao) 6 g Ministerkraut
  • Rdx. Lateralis Aconiti Carmichaeli Praeparata (Fuzi) 2 g Ministerkraut
  • Ram. Cinnamomi (Guizhi) 2 g Ministerkraut
  • Rhz. Alismatis (Zexie) 3 g Polizeikraut
  • Poria Cocos (Fuling) 4 g Polizeikraut
  • Cortex Moutan (Mudanpi) 4 g Polizeikraut

Wirkung: Wärmt und tonisiert das Nieren-Yang.

Indikation: Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, die durch Bewegung und Wärmeanwendungen besser werden; Kältegefühl der unteren Körperhälfte, Spannungsgefühl im Unterbauch, Kraftlosigkeit der Beine, schwach ausgeprägte Libido, Appetitlosigkeit, eventuell Ödeme (abnorme Ansammlung von Flüssigkeit in Körpergeweben), die vor allem im Bereich der Unterschenkel zu finden sind.

Entsprechende westliche Krankheitsbilder: Chronische Nephritis (Entzündung des Nierengewebes), chronische Urethritis (Entzündung der Harnleiter), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), chronische Arthritis (Gelenksentzündung), Impotenz (Unfruchtbarkeit), Ejakulationsstörungen, Hypotonie (niederer Blutdruck), Vertigo (Schwindel), chronische Glomerulonephritis (Entzündung des Nierengewebes), Lumboischialgie (Lendenwirbelsäulenbeschwerden), Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche), Harninkontinenz (Unfähigkeit, den Harn zu halten), Dysurie (Schmerzen beim Wasserlassen), Anurie (Harnverhalten), chronische Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse) sowie Ödeme (abnorme Ansammlung von Flüssigkeit in Körpergeweben).

Zunge: blasser, geschwollener Zungenkörper; spärlicher, weißer, feuchter Belag.
Puls: tief (chen), langsam (chi) und schwach (ruo).

Beschreibung der klassischen TCM-Rezeptur

Die Rezeptur „Jin gui shen qi tang“ nährt, ohne zu befeuchten; sie wärmt, ohne Trockenheit zu erzeugen und tonisiert sowohl das Nieren-Yin als auch das Nieren-Yang. „Jin gui shen qi tang“ besteht aus der Rezeptur „Liu wei di huang wan“ plus Kräutern, die das Nieren-Yang tonisieren. Durch die beigefügten Kräuter wird sowohl eine das Nieren-Yin als auch das Nieren-Yang tonisierende Wirkung erzielt. Interessant ist Folgendes: durch die Kräuter der Rezeptur wird die Leere-Hitze wieder zu ihrer Quelle, nämlich in den Bereich des Nieren-Yang, zurückgeleitet.

„Jin gui shen qi tang“ kann eingesetzt werden, um einen gestörten Flüssigkeitshaushalt aufgrund eines Nieren-Yang-Mangels zu therapieren. Das Nieren-Yang ist für die Umwandlung und Bewegung der Flüssigkeiten des Körpers zuständig. Es leitet das Reine nach oben und das Unreine nach unten. Wenn das Nieren-Yang geschwächt ist, ist die Transportfunktion behindert. Dies kann sich beispielsweise in Schwierigkeiten beim Wasserlassen manifestieren. Wenn das Nieren-Yang geschwächt ist, können zusätzlich Ödeme (Wasseransammlungen) auftreten.

Zur Analyse der einzelnen Kräuter

Rdx. Rehmanniae praeparata (Shudihuang) nährt als Kaiserkraut das Nieren-Yin und Leber-Blut. Fr. Corni (Shanzhuyu) und Rdx. Dioscoreae (Shanyao) tonisieren als Ministerkräuter Leber und Milz und ermöglichen damit eine Blut- und Yin-Produktion. Fr. Corni (Shanzhuyu) ist sauer und thermisch leicht warm. Es tonisiert das Leber- und Nieren-Yin und schützt durch seine adstringierende Wirkung vor einem weiteren Substanzverlust. Das süße, thermisch neutrale Rdx. Dioscoreae (Shanyao) tonisiert das Milz-Qi, stabilisiert die Nieren und nährt die Essenz (Jing). Rdx. lateralis Aconiti praeparata (Fuzi), ein weiteres Ministerkraut, besitzt einen scharfen Geschmack und ist thermisch heiss. Es tonisiert das Nieren-Yang und vertreibt Kälte und Feuchtigkeit. Ram. Cinnamomi (Guizhi), das letzte Ministerkraut dieser Rezeptur, unterstützt Rdx. Aconiti (Fuzi), indem es im Bereich der Gelenke die Meridiane wärmt und Stagnationen auflöst. Beide Kräuter ergänzen sich in ihrer Nieren-Yang tonisierenden und wärmenden Wirkung. Zusätzlich verbessern sie den Flüssigkeitshaushalt des Körpers.

Rdx. Aconiti (Fuzi) wird in der chinesischen Medizin hauptsächlich in der präparierten Form verwendet. Dabei wird Rdx. Aconiti (Fuzi) mit Salz präpariert. Durch diese Zubereitungsart kann durch Rdx. Aconiti (Fuzi) äußerst effizient das Nieren-Yang tonisiert werden. Die Polizeikräuter Rhz. Alismatis (Zexie), Poria Cocos (Fuling) und Ctx. Moutan (Mudanpi) wirken regulierend. Rhz. Alismatis (Zexie) leitet Feuchtigkeit aus. Poria Cocos (Fuling) tonisiert das Milz-Qi und leitet Feuchtigkeit aus. Ctx. Moutan (Mudanpi) wirkt Hitze-klärend. Die Kombination von Rhz. Alismatis (Zexie), Poria Cocos (Fuling) mit Ram. Cinnamomi (Guizhi) stärkt den Bereich des Unteren Erwärmers und regt die Diurese (Harnfluss) an. Ctx. Moutan (Mudanpi) kühlt zusätzlich das Blut und löst Blut-Stagnationen auf. Diese Wirkung wird durch die Kombination mit Ram. Cinnamomi (Guizhi) verstärkt. Insgesamt handelt es sich bei der Rezeptur „Jin gui shen qi tang“ – wie bereits oben beschrieben – um eine relativ ausgewogene Rezeptur, die sowohl das Yin nährt als auch mit scharf-heissen Kräutern wie Rdx. Aconiti praeparata (Fuzi) und Ram. Cinnamomi (Guizhi) das Nieren-Yang tonisiert.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich hinweisen, dass nur die präparierte Aconit-Wurzel verwendet werden sollte! Wenige Gramm der unpräparierten Wurzel können tödlich sein! Auch bei der präparierten Aconit-Wurzel ist es üblich, dass diese längere Zeit vorgekocht wird. Als Test, ob die Wurzel lange genug gekocht wurde, kann Folgendes gemacht werden: man nimmt die gekochte Flüssigkeit nach deren Abkühlung in den Mund. Wenn ein Taubheitsgefühl bzw. ein Brennen auf der Zunge auftritt, ist die Aconit-Wurzel noch immer toxisch und muss weiter gekocht werden.

Entsprechende Rezeptur aus westlichen Kräutern:   

  • Semen Anethi Dillsamen 5 g Kaiserkraut
  • Fructus Foeniculi Fenchelsamen 3 g Ministerkraut
  • Semen Foenugraeci Bockshornkleesamen 5 g Ministerkraut
  • Fructus Juniperi Wacholderfrüchte 5 g Ministerkraut
  • Ramulus Cinnamomi Zimtzweige 2 g Ministerkraut
  • Herba Thymi Thymian 4 g Ministerkraut
  • Herba Galeopsidis ockergelber Hohlzahn 5 g Ministerkraut
  • Herba et Radix Taraxaci Löwenzahn 2 g Polizeikraut

Beschreibung der Rezeptur aus westlichen Kräutern:

Als Kaiserkraut dieser Rezeptur dienen Dillsamen (Semen Anethi). Diese sind scharf, thermisch warm und können eingesetzt werden, um das Nieren-Yang zu tonisieren. Unterstützt werden sie in ihrer Wirkung durch die Ministerkräuter Fenchelsamen (Fructus Feoniculi), Bockshornkleesamen (Semen Foenugraeci), Wacholderfrüchte (Fructus Juniperi) und Zimtzweige (Ramulus Cinnamomi). Zimtzweige (Ramulus Cinnamomi) sind scharf, süß und thermisch warm und können eingesetzt werden, um Wind, Kälte und Feuchtigkeit (also ein Bi-Syndrom) aus dem Bereich der Gelenke auszuleiten. Sie wärmen und erleichtern die Zirkulation des Qi im Körper. Thymian (Herba Thymi), ein weiteres Ministerkraut der Rezeptur, ist bitter, thermisch warm und kann ebenfalls eingesetzt werden, um das Nieren-Yang zu tonisieren. Ein Kraut mit bitterem Geschmack, das thermisch warm ist, ist relativ selten. Diese Kombination eignet sich hervorragend, um das Nieren-Yang zu tonisieren! Zusätzlich senkt Thymian (Herba Thymi) das Lungen- und Magen-Qi ab und kann eingesetzt werden, um Schleim-Kälte-Stagnationen im Bereich des Unteren Erwärmers entgegenzuwirken.

Das letzte Ministerkraut dieser Rezeptur ist der ockergelbe Hohlzahn (Herba Galeopsidis). Dieser tonisiert das Nieren-Yin. (Es ist notwendig, der Rezeptur Yin-tonisierende Kräuter hinzuzufügen, wenn das Yang tonisiert werden soll). Ockergelber Hohlzahn (Herba Galeopsidis) liefert die Substanz (das Yin), welche notwendig ist, um das Yang-Qi tonisieren zu können. Als Polizeikraut dieser Rezeptur dient Löwenzahn (Herba et Rdx. Taraxaci). Dieses Kraut ist bitter, thermisch kalt und kann eingesetzt werden, um Feuchte Hitze auszuleiten. In dieser Rezeptur bewahrt Löwenzahn (Herba et Rdx. Taraxaci) die scharfen, thermisch heißen Yang-tonisierenden Kräuter davor, das Yin zu verletzen.

You gui wan

(Dekokt, der das Rechte (Niere) wiederherstellt)

  • Cortex Cinnamomi cassiae (Rougui) 4 g Kaiserkraut
  • Rdx. lateralis Aconiti praeparata (Fuzi) 2 g Kaiserkraut
  • Rdx. Rehmanniae praeparata (Shudihuang) 8 g Ministerkraut
  • Fructus Corni officinalis (Shanzhuyu) 6 g Ministerkraut
  • Fructus Lycii (Gouqizi) 5 g Ministerkraut
  • Rhz. Dioscoreae oppositae (Shanyao) 6 g Ministerkraut
  • Cortex Eucommiae Ulmoidis (Duzhong) 5 g Ministerkraut
  • Rdx. Angelicae sinensis (Danggui) 4 g Ministerkraut
  • Semen Cuscutae chinensis (Tusizi) 4 g Ministerkraut

Wirkung: Tonisiert das Nieren-Yang, tonisiert das Blut und nährt die Nieren-Essenz (Jing).

Indikation: Erschöpfungszustände nach langer Krankheit, Abneigung gegenüber Kälte, Kältegefühl der unteren Körperhälfte, nächtliche Samenergüsse, Kraftlosigkeit der Beine, schwach ausgeprägte Libido, weiche Stühle, Ödeme (abnorme Ansammlung von Flüssigkeit in Körpergeweben), die vor allem im Bereich der Unterschenkel zu finden sind.

Entsprechende westliche Krankheitsbilder: Impotenz (Unfruchtbarkeit), Ejakulationsstörungen, Sterilität (Unfruchtbarkeit), Hypotonie (niederer Blutdruck), Vertigo (Schwindel), Tinnitus (Ohrensausen), Osteoporose (Reduzierung der Knochendichte), Lumboischialgie (Lendenwirbelsäulenbeschwerden), Harninkontinenz (Unfähigkeit, den Harn zu halten), Anurie (Harnverhalten), chronische Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse), Ödeme (abnorme Ansammlung von Flüssigkeit in Körpergeweben) sowie Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion).

Zunge: geschwollener, blasser Zungenkörper; feuchter, weißer Zungenbelag.
Puls: leer (xu), langsam (chi).

Beschreibung der klassischen TCM-Rezeptur:

Die rechte Niere wird dem Nieren-Feuer bzw. dem Nieren-Yang zugeordnet. Die Rezeptur „You gui wan“ wurde entwickelt, um das Nieren-Yang zu wärmen und zu tonisieren. Dabei handelt es sich um eine der besten Rezepturen, um einen Nieren-Yang-Mangel, aber auch einen Blut- und Essenz-Mangel (Jing-Mangel) zu therapieren. Sie ist immer dann indiziert, wenn das Nieren-Yang geschwächt ist; beispielsweise bei alten Menschen oder nach chronischen Erkrankungen.

Die Nieren werden in der TCM den Yin-Organen zugeordnet. Aus diesem Grund kann behauptet werden, dass die Rezeptur „You gui wan“ „das Yang im Bereich des Yin“ stärkt. Es finden sich sowohl Kräuter, die das Nieren-Yin nähren, als auch Kräuter, die das Nieren-Yang tonisieren, in der Rezeptur.

Zur Analyse der einzelnen Kräuter:

In dieser Rezeptur ist Rdx. lateralis Aconiti praeparata (Fuzi) als Kaiserkraut enthalten. Dieses Kraut wärmt und tonisiert in Kombination mit Ctx. Cinnamomi cassiae (Rougui) das Nieren-Yang. Die Ministerkräuter Rdx. Rehmanniae praeparata (Shudihuang), Fr. Corni (Shanzhuyu), Rdx. Dioscoreae (Shanyao), Fr. Lycii (Gouqizi), Semen Cuscutae (Tusizi) und Ctx. Eucommiae (Duzhong) nähren das Nieren- und Leber-Yin sowie die Milz.

Rdx. Rehmanniae (Shudihuang) eignet sich speziell, um das Leber-Blut und Nieren-Yin zu nähren. Fr. Corni (Shanzhuyu) und Rdx. Dioscoreae (Shanyao) tonisieren das Leber-Yin und Milz-Qi und tragen damit indirekt zur Essenz (Jing)-Produktion bei. Fr. Lycii (Gouqizi), Semen Cuscutae (Tusizi) und Ctx. Eucommiae (Duzhong) nähren und tonisieren das Leber- und Nieren-Yin. Diese Kräuter können eingesetzt werden, um ein Gefühl der Schwäche sowie Schmerzen in der Lendenwirbelsäulen-Region zu therapieren. Rdx. Angelicae sinensis (Danggui) ist der Rezeptur als Ministerkraut beigefügt, um das Blut zu nähren.

Entsprechende Rezeptur aus westlichen Kräutern:

  • Semen Anethi Dillsamen 5 g Kaiserkraut
  • Fructus Juniperi Wacholderfrüchte 5 g Kaiserkraut
  • Cortex Cinnamomi Zimtrinde 3 g Kaiserkraut
  • Herba Absinthii Wermut 1 g Kaiserkraut
  • Folium Rosmarini Rosmarin 5 g Kaiserkraut
  • Radix Petroselini Petersilienwurzel 3 g Ministerkraut
  • Herba Equiseti Ackerschachtelhalm 6 g Ministerkraut

Beschreibung der Rezeptur aus westlichen Kräutern:

Die Kombination der Kaiserkräuter Dillsamen (Semen Anethi), Wacholderfrüchte (Fructus Juniperi), Zimtrinde (Cortex Cinnamomi), Wermut (Herba Absinthii) und Rosmarin (Folium Rosmarini) kann eingesetzt werden, um das Nieren-Yang zu tonisieren. Dillsamen (Semen Anethi) senken zusätzlich das Magen-Qi ab und wirken tonisierend auf den Bereich des Verdauungstraktes. Wacholderfrüchte (Fructus Juniperi) besitzen neben der Nieren-Yang-tonisierenden auch eine Feuchtigkeit ausleitende Wirkung. Zimtrinde (Cortex Cinnamomi) kann zusätzlich eingesetzt werden, um Wind-Kälte zu vertreiben und Qi und Blut aufzubauen. In dieser Qi und Blut aufbauenden Wirkung wird Zimtrinde (Cortex Cinnamomi) durch Wermut (Herba Absinthii) ergänzt. Der in der Rezeptur befindliche Rosmarin (Folium Rosmarini) besitzt neben der Qi und Yang tonisierenden auch eine Qi-Stagnations auflösende Wirkung. Er ist aufgrund seines leicht bitteren, scharfen Geschmackes und seiner thermisch warmen Eigenschaft ein ideales Tonikum für Menschen mit einem Nieren-Yang-Mangel.

Die süße, thermisch warme Petersilienwurzel (Rdx. Petroselini) ist der Rezeptur als Ministerkraut hinzugefügt, um das Blut zu tonisieren. Der bittere, adstringierende, thermisch kühle Ackerschachtelhalm (Herba Equiseti), ein weiteres Ministerkraut, tonisiert das Nieren-Yin. Ackerschachtelhalm (Herba Equiseti) ist immer dann indiziert, wenn Kraftlosigkeit der Beine und Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule vorliegen. Die Kombination der beiden Kräuter Rosmarin (Folium Rosmarini) und Wermut (Herba Absinthii) ist geeignet, um Ödeme (Wasseransammlungen), die aufgrund eines Nieren-Yang-Mangels im Bereich des Unteren Erwärmers vorliegen, auszuleiten.

Literaturempfehlungen:

Ploberger, F. (2017) Westliche und traditionell chinesische Heilkräuter, Schiedlberg: Bacopa.

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